Ausstellung

Im Haus

12.08.2021 – 08.10.2021

Im Alltag, der Raum. | Ansichten zu Österreichischer Architekturproduktion in Berlin

Herzlich Willkommen!

Informieren Sie sich auch gerne hier und in der Mediathek über unsere aktuellen Programme und Angebote.

Das Kulturforum Berlin ist das Kulturinstitut der Republik Österreich in Deutschland. Wir unterstützen österreichische Kulturschaffende mit dem Ziel, den Dialog zwischen Österreich und Deutschland in den Bereichen Kultur und Wissenschaft zu fördern. Wir stehen auch als Servicestelle für den Aufbau von Kontakten und Netzwerken in Deutschland gern zur Verfügung. Dazu laden wir regelmäßig zu Veranstaltungen in das Kulturforum der Österreichischen Botschaft Berlin ein und arbeiten mit Partnerinnen und Partnern im Kultur- und Wissenschaftsbereich in ganz Deutschland zusammen. Mehr erfahren

Mit der 68. Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH wollen wir nach den Einschränkungen der letzten eineinhalb Jahren vermehrt „kulturelle Begegnungen ermöglichen“ – in Kultur wie in Wissenschaft.

Die Architektin und Wohnbauforscherin Andrea Jany erklärt, welche Anforderungen an den Wohnbau der Zukunft gestellt werden und nimmt damit auch eine zentrale Fragestellung unserer aktuellen Ausstellung „Im Alltag. Der Raum“ anlässlich des 20. Jubiläums des Gebäudes der Österreichischen Botschaft auf.

Professor Ralf Bogner gibt Einblicke in den Österreich-Schwerpunkt der Universität des Saarlandes und Professor Michael Musalek von der Sigmund-Freud Universität Wien/Berlin eine Einführung in die Sozialästhetik.

Zudem sind wir wieder ganz nah dran an den österreichischen Akteur*innen in Musik und Kunst– in Gesprächen mit Andreas Spechtl, dem Sänger der Band Ja, Panik und dem in Berlin lebenden Maler Bertram Hasenauer, mit dem der Autor Klaus Dermutz zusammensaß.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre des KOSMOS ÖSTERREICH 68.

Aktuelle Tipps

Österreichischer Buchpreis | Nominierten

Am 2. September wurde die Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2021 und die Shortlist für das beste Debüt 2021 veröffentlicht. Der Preis wird am 8. November im Rahmen der „Buch Wien“ verliehen.

Die Listen finden Sie hier. Wir gratulieren herzlich!

Open Call: On the Road Again | Umbruch in Gesellschaft und Ökologie

Die erste gemeinsame Ausschreibung der österreichischen Kulturforen mit dem Titel „On the Road again“ richtet sich an Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen bildende Kunst oder Medienkunst, welche in Österreich leben und arbeiten. Eingereicht werden können künstlerische Arbeiten, die sich mit einer der zur Auswahl stehenden 23 Destinationen des österreichischen Auslandskulturnetzwerkes und dem Thema der Ausschreibung auseinandersetzen. Die Arbeiten sollen im Jahr 2022 entstehen und am jeweiligen Kulturform gezeigt werden, ehe sie im Frühjahr 2023 in Form einer Gruppenausstellung im Wiener Künstlerhaus zusammenfinden.

Thema der Ausschreibung: „Umbruch in Gesellschaft und Ökologie“ – Österreichische Künstlerinnen und Künstler stellen sich Realitäten, die uns alle auf der ganzen Welt betreffen. Unsere Gesellschaft ist im Umbruch, ebenso wie das wirtschaftliche und politische Umfeld, in dem wir leben. Und es ist die Welt selbst, die sich verändert – nicht zuletzt durch das sorglose Tun des Menschen. Jede einzelne künstlerische Arbeit soll in Auseinandersetzung mit einem bestimmten Land oder Ort entstehen. Sie soll eine Spur oder einen konkreten Aspekt eines breiten Gesamtthemas aufnehmen, Ängste aufzeigen, ein Stück Realität sichtbar machen, Visionäres entwerfen oder Perspektiven eröffnen.

Die per Juryvotum ausgewählten Projekte, die zur Umsetzung gelangen, werden mit jeweils 7.000 Euro Projektbudget dotiert. Die Jury besteht aus Silvie Aigner (Chefredakteurin „Parnass Kunstmagazin“), Martin Böhm (Dorotheum), Christian Helbock (Künstler und Vorstandsmitglied Künstlerhaus), der Künstlerin Brigitte Kowanz und dem Kunstmanager und Diplomaten Christoph Thun-Hohenstein. Die Bewerbungsfrist für österreichische Künstlerinnen und Künstler endet mit 31. August, bis 30. September erstellt die Jury eine Shortlist von drei Projektvorschlägen für jede Destination. Gemeinsam mit Leitung des jeweiligen Kulturforums wird dann das finale Gewinnerprojekt ermittelt.

Hier erfahren Sie mehr über die Ausschreibung „On the Road again“.

Essay von Philipp Blom | „Wo die Drachen wohnen“

Eigentlich war geplant, dass der deutsche Schriftsteller und Historiker Philipp Blom die österreichische Auslandskulturtagung 2020 mit einer Rede eröffnet. Da sich in Zeiten der Pandemie jedoch wenig als planbar und vieles als ungewiss erwies, fand die Veranstaltung und damit auch ihre Eröffnungsrede nie statt.

Nichtsdestotrotz möchten wir Ihnen Philipp Blom’s bemerkenswerten Essay mit dem Titel „Wo die Drachen wohnen“ nicht vorenthalten. Er schreibt darin über die Bedeutung von Karten, die wir für unsere Orientierung benötigen, um den Überblick nicht zu verlieren. Gleichzeitig setzt er sich kritisch mit dem bestimmenden Faktor von Kartografie auseinander, nämlich immer nur Ausschnitte der Realität zu zeigen, Vereinfachungen mit zu großen Maßstäben oder Details, die vom Weg abbringen. Ganz zu schweigen von den noch unerklärten, unentdeckten und unbekannten Ecken einer Karte, symbolisch dargestellt mit den Orten „wo die Drachen wohnen“, mit Drachen als Bilder der scheinbaren Gefahr des Unbekannten und mit der magischen Anziehungskraft des zu Entdeckenden.

Dieser Essay darf als Aufforderung verstanden werden, sich selbst als Kartografin und Kartograf der Zukunft zu betätigen und gleichzeitig bestehende Landkarten, Erklär- und Denkmuster sowie Wege und Irrwege unserer Zeit zu hinterfragen.

„Wo die Drachen wohnen“ von Philipp Blom können Sie hier nachlesen. 

Österreichischer Filmpreis 2021 | Preisträger:innen

Die im Jahr 2009 gegründete Akademie des Österreichischen Films hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Leistungen der heimischen Filmbranche zu fördern und entsprechend zu würdigen, sowie deren Anliegen zu kommunizieren und mitzutragen. Die nationalen und internationalen Erfolge heimischer Kinofilme in den letzten Jahren spiegeln ein steigendes Publikumsinteresse wider.

Der von der Akademie geschaffene  Österreichische Filmpreis wird jährlich verliehen und präsentiert die Leistungen der heimischen Filmbranche verstärkt auch im eigenen Land. Die Preisträger und Preisträgerinnen für den Filmpreis 2021 wurden am 8. Juli bekanntgegeben und sind hier zu finden. Wir gratulieren herzlich!

Dr. Stephan Koja – Der Direktor der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 im Interview

Die Wiedereröffnung der Dresdner Gemäldegalerie nach siebenjähriger Renovierung und die nachfolgenden Ausstellungen „Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“, „Raffael und die Madonna“ und „Caravaggio. Das Menschliche und das Göttliche“ waren und sind in aller Munde. Am 10. September 2021 soll „Johannes Vermeer. Vom Innehalten“ eröffnen. Mit der Restaurierung eines frühen Hauptwerks Vermeers sorgte das Museum unter Direktor Stephan Koja einmal mehr für euphorische Meldungen in der Presse.

Der Wiener Kunsthistoriker ist seit 2016 Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zuvor war er als Kurator der Sammlungen des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne an der Österreichischen Galerie Belvedere tätig.

Wir durften ihm hier einige Fragen zum Status Quo in der Corona-Pandemie, zur Neuaufstellung der Sammlungen und einzelnen Ausstellungen stellen. Mit großer Vorfreude darauf, die Gemäldegalerie in Dresden in besseren Zeiten persönlich besuchen zu können. Bis dahin haben wir und Sie die Möglichkeit, sie schon jetzt digital zu besichtigen.

Open Call: Reparatur der Zukunft | Internationale Ideensuche

Die Reparatur der Zukunft ist eine Initiative ohne Ablaufdatum, getragen von zwei Prinzipien: Hoffnung und Innovation. Sie versteht sich als Aufforderung, neu und anders zu denken, wie wir den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können.

Gemeinsam mit dem Österreichischen Außenministerium, den Österreichischen Kulturforen und Vertretungen im Ausland sucht Ö1 Initiativen, die die Welt positiv verändern und gestalten wollen. Denn das Coronavirus hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie vernetzt, wie verbunden und wie abhängig wir voneinander sind. Das betrifft unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft, Umwelt – einfach alles. Daher sind wir aufgefordert, uns auszutauschen, uns gegenseitig zu motivieren und unsere Ideen zu bündeln. Die globale Reparaturwerkstatt soll einen Ort des gemeinsamen Lernens und Experimentierens schaffen und zu neuen Kooperationen führen. Gesucht werden innovative Ideen oder bereits realisierte Projekte, die Probleme erkennen und an Lösungen arbeiten, im ganz großen oder ganz kleinen Kontext. Gefragt ist alles, was Impulse zur Veränderung setzt und die Zukunft im Jetzt reparieren will.

Eine Jury wählt Projekte aus, die Mentoring erhalten und eine Bühne bekommen. Projekte aus Österreich werden an die Österreichischen Kulturforen und Vertretungen im Ausland eingeladen und internationale Projekte werden nach Österreich gebracht. Weitere Auszeichnungen werden von der Akademie der bildenden Künste Wien, dem Architekturzentrum Wien, dem Innovationsfestival Markt der Zukunft in Graz und der Wirtschaftsagentur Wien vergeben.

Hier erfahren Sie mehr über die Initiative Reparatur der Zukunft.

 

Botschaft macht Schule
Im Rahmen der Aktion „Botschaft macht Schule“ lädt die Österreichische Botschaft Berlin interessierte Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein, einen Beitrag (z.B. Aufsatz, Video) über Österreich zu gestalten.
Die Klasse mit dem Siegerprojekt wird zu einem „Österreich-Tag“ in die Botschaft eingeladen!
Hier finden Sie mehr Informationen zu der Aktion. Die Botschaft freut sich über die Zusendung Ihrer Beiträge via berlin-ob@bmeia.gv.at.
Mediathek des Österreichischen Kulturforums Berlin

Hier finden Sie unsere virtuellen Angebote:

H.C. Artmann | Buchpräsentation und Rezitation mit Musik

Der 26. August 2021 stand am Österreichischen Kulturforum Berlin ganz im Zeichen des österreichischen Schriftstellers und Lyrikers H.C. Artmann. Zu Ehren seines 100. Geburtstags sprachen die Herausgeber des Buches „H.C. Artmann & Berlin“ Sonja Kaar und Marc-Oliver Schuster mit Maximilian Mengeringhaus über Artmanns Leben in Berlin. Der Schauspieler Walter Prettenhofer und der Musiker Benno Koloska widmeten H.C. Artmann im Rahmen des Autorengesprächs eine szenische Lesung mit Musik.

JOKERMAN – Gespräch und Lesung mit Stefan Kutzenberger und Andreas Paschedag

Im Mai 2021 feiert Bob Dylan, ohne Zweifel einer der einflussreichsten Liedermacher, seinen 80. Geburtstag. Was aber, wenn er der einflussreichste Mensch überhaupt wäre, dessen vielfältig interpretierbare Worte im Geheimen die Geschicke der Welt lenken? Die Dylan-Fans sitzen global in allen Schlüsselpositionen der Macht und von einer geheimnisvollen Organisation wird ausgerechnet Stefan Kutzenberger erwählt, in den Lauf der Geschichte einzugreifen. Mit Verve und Witz zeigt der Autor Stefan Kutzenberger in „Jokerman“, wie Verschwörungsszenarien entstehen und sich so gut wie alles erklären lässt mit einer „wahren“ Lehre… Ein entlarvender Spiegel der Gegenwart, eine literarische Entdeckung und ein Riesenspaß.

Sehen Sie hier die Aufzeichnung eines Gesprächs am 25. Mai 2021 mit dem Autor Stefan Kutzenberger und dem Lektor Andreas Paschedag über Kutzenberger’s 2020 im Berlin Verlag erschienenen Roman „Jokerman“.

Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“ | Folge 2: „Erinnerungskultur und Hightech – Vom Fragment zum Mosaik der Erinnerung“

In der zweiten Folge unserer Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“ steht die Frage im Zentrum, welchen Beitrag moderne Rekonstruktionstechnologien für geschichtliche Aufarbeitung und Erinnerungskultur leisten können. Dazu diskutierten am 20. Mai 2021 Dr. Bertram Nickolay, Leiter der Abteilung „Maschinelles Sehen“ am Fraunhofer IPK Berlin mit der Leiterin des Haus der Wannsee-Konferenz, Deborah Hartmann.

Europatag 2021 | AUREUM SAXOPHON QUARTETT
Am 09. Mai gedenken wir jedes Jahr, dass wir in Europa in Frieden und Einheit leben. Zur Feier des Europatages spielt das NASOM-Ensemble Aureum Saxophon Quartett ein Konzert im Arnold-Schönberg-Center für Sie.

1.Ausgabe GEDANKEN ZUR ZUKUNFT
Die Zukunft des Universalismus
Das Österreichische Kulturforum Berlin lädt im Rahmen einer neuen Gesprächsreihe Künstler*innen und Wissenschaftler*innen ein, ihre „Gedanken zur Zukunft“ zu teilen. Denn gerade an den Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft können innovative Ideen entstehen und sich entwickeln lassen! Neugierige und weitsichtige Denker*innen geben in diesen Gesprächen Anstöße, unsere Zukunft neu und anders zu denken. In der ersten Ausgabe am 29. April 2021 sprechen der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho und der Schriftsteller Ilija Trojanow über „Die Zukunft des Universalismus“.

Filmgespräch im Rahmen des Programms „Generationenportrait mit Selfie – sechs Filme von Kurdwin Ayub“
Das am 26. April 2021 ausgestrahlte Programm bildet den Abschluss der im Dezember 2020 gestarteten Filmreihe „f wie frei denken – Österreichische (Ko)produktionen weiblicher Filmemacherinnen im Blick“ in der Cinemathek des Österreichischen Kulturforum Berlin. Die Kuratorin der Reihe, Marie Ketzscher, spricht mit Kurdwin Ayub anhand der ausgewählten Beiträge über die fließenden Grenzen zwischen Filmformen und Genres, Humor, Rollenerwartungen und ihr Debüt in Sachen abendfüllender Spielfilm: „Sonne“, eine Ulrich Seidl Produktion.

Nach uns die Sintflut? Eine literarische Montage von Gregorij H. von Leitis
Die schiere Größe und Komplexität der Probleme, vor die uns die fortschreitende Umweltzerstörung und die schon jetzt deutlich spürbaren Folgen des Klimawandels stellen, könnte uns dazu verleiten, die Hände in den Schoß zu legen und resigniert oder auch trotzig zu verkünden: „Nach mir die Sintflut.“ Oder lassen wir uns durch die Hellsicht und Weisheiten der nordamerikanischen indigenen Völker und die widerständigen Texte früher Pazifisten und Gesellschaftskritiker wie Hans Paasche, Bertha von Suttner und Henry David Thoreau anregen, unsere Haltung zu ändern und den zerstörerischen Tendenzen unseres Konsumverhaltens kraftvoll entgegenzuwirken, damit auch Generationen nach uns noch eine Zukunft haben und nicht in den Fluten abgeschmolzenen arktischen Eises ertrinken?

Erzähler: Gregorij H. von Leitis, Intendant von Elysium, Träger des New Yorker Theater Club Preises
Konzept & Einführung: Michael Lahr, Programmdirektor von Elysium

Welttag der Poesie mit Sandra Gugic
Wir feiern den Welttag der Poesie, weil wir überzeugt sind, dass wir Gedichte brauchen. Heute mehr denn je müssen wir eine Sprache finden, die suchend und behutsam tastend versucht, zu beschreiben, was uns widerfährt – so wie nur Poesie das vermag; die nicht festlegt oder trennt, sondern uns bei aller Sehnsucht nach Gewissheit Offenheit, ja „Leerstellen“, zumutet, in denen unsere Perspektive sich ins Ungeahnte weiten kann und Möglichkeiten spürbar werden, verheißungsvoll und tröstlich. Wir freuen uns, dass Sandra Gugic, Dichterin und Romanautorin, unserer Einladung gefolgt ist, und am 21. März 2021 ein Gedicht für Sie las und uns an ihren Gedanken zum Widerständigen in Politik und Poesie teilhaben ließ.

NASOM – Trio Artio
Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 08. März nahm das NASOM-Ensemble Trio Artio ein Konzert im Wiener Arnold Schönberg Center auf.

schreibART online
SchreibART AUSTRIA ist das erfolgreiche Empfehlungsprogramm des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres für zeitgenössische, österreichische Literatur. Die Publikation erscheint nun in ihrer dritten Auflage und will Autor*innen aus Österreich mit ihren Werken ins Ausland zu Lesungen und Gesprächen, in Literaturhäuser oder zu Festivals empfehlen.

Aufgrund der anhaltenden Beschränkung von physischen Begegnungen, wurde in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur ÖGL das Streaming Format „schreibART online“ ins Leben gerufen. Lesungen und Werkstattgespräche mit österreichischen Autor*innen werden filmisch begleitet und bieten so der Literatur, mit ihrem spezifisch österreichischen Duktus, weiterhin wöchentlich eine Bühne.

Hier finden Sie alle Videos der Autor*innen.

Zum Abschluss der schönen Reihe gewährt ÖGL einen kleinen Einblick hinter die Kamera und präsentiert einen Zusammenschnitt einiger lustiger Momente der Dreharbeiten.
Mit: Birgit Birnbacher, Harald Darer, Dimitré Dinev, Paul Divjak, Erwin Einzinger, Milena Michiko Flašar, Laura Freudenthaler, Marie Gamillscheg, Susanne Gregor, Semier Insayif, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Anna Kim, Radek Knapp, Nicolas Mahler, Barbi Marković, Lydia Mischkulnig, Karin Peschka, Teresa Präauer, Robert Prosser, Margit Schreiner, Carolina Schutti, Lisa Spalt, Michael Stavarič, Anja Utler, Anna Weidenholzer, Andrea Winkler, Daniel Wisser, Ivna Žic

Filmgespräch zu „Gegenwelten und Ersatzrealitäten – Animierte Fluchten aus Österreich“
Vorab aufgezeichnetes Filmgespräch anlässlich des am 15. Februar 2021 ausgestrahltem Programms „Gegenwelten und Ersatzrealitäten – Animierte Fluchten aus Österreich“ in der CINEMATHEK des Österreichischen Kulturforums Berlin. Zu Gast sind mit Gudrun Krebitz („Achill“) und Claudia Larcher („Empty Rooms“) zwei der Filmemacherinnen aus dem Programm sowie Waltraud Grausgruber, Leiterin des Festivals „Tricky Women/Tricky Realities“. Moderiert wird das Gespräch von der Kuratorin Marie Ketzscher.

BABYLON EUROPA
Zum zweiten Mal präsentierte das europäische Kulturnetzwerk EUNIC Berlin am 06. September 2020 BABYLON EUROPA – die bunte Show der europäischen Kulturen im TIPI AM KANZLERAMT. Unter veränderten Vorzeichen zwar, doch mit demselben kraftvollen künstlerischen Ausdruck standen 12 Künstlerinnen und Künstler aus 12 europäischen Regionen gemeinsam auf einer Bühne. Bei diesem beeindruckenden Kaleidoskop der Kulturen war Österreich mit dem Sextett Holler my Dear vertreten. 

Barocke Hofmusik von HOLZ-BLECH-SAITEN
Das Ensemble HOLZ-BLECH-SAITEN besticht durch seine ungewöhnliche Instrumentenkombination Blockflöte/Oboe, Trompete, Cembalo und Cello. Auch in der Barockzeit wurde für verschiedene Besetzungen bearbeitet. Musiker wie Johann Sebastian Bach, Johann Heinrich Schmelzer, Pavel Josef Vejvanowsky, William Corbett, Antonio Vivaldi und Giovanni Buonaventura Viviani komponierten dort, wo das musikalische Leben florierte: an Höfen von Königen, Kaisern und Bischöfen. HOLZ-BLECH-SAITEN nehmen Sie in dieser Aufnahme auf eine musikalische Reise durch Österreich und Europa.

HOLZ-BLECH-SAITEN:
Ursula Schmotzer – Barockoboe, Blockflöte
Ludger Starke – Barocktrompete
Inka Döring – Barockcello
Sabine Erdmann – Cembalo

Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“  | Folge 1: „Im Auge des Betrachters –  Wie Menschen und Maschinen Kunst sehen“

Wissenschaft berührt alle Aspekte unseres Lebens und hat damit auch für Politik und Diplomatie große Bedeutung. Dabei bewegt uns vor allem die Frage, wie Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur im digitalen Zeitalter zusammenwirken können, um zu einem differenzierten und umfassenden Verständnis zu den aktuellen Fragen, die uns derzeit bewegen, zu gelangen. Als Kulturforum können wir ein Ort für einen solchen Diskurs unter Expert*innen verschiedener Disziplinen sein und initiierten deshalb gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK die Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die erste Folge der Reihe online statt. Dr. Bertram Nickolay, Leiter der Abteilung „Maschinelles Sehen“ am Fraunhofer IPK Berlin, führte mit Prof. Dr. Raphael Rosenberg, Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Wien, ein virtuelles Gespräch zu den Themen Maschinelles Sehen und Empirische Bildwissenschaft.

AUREUM Saxophon Quartett – Konzert zum Österreichischen Nationalfeiertag
Anlässlich des Nationalfeiertages luden die Österreichische Botschaft und das Österreichische Kulturforum Berlin zu einem Konzert des AUREUM Saxophon Quartetts ein. Die vier Musiker*innen, die Teil des Förderprogramms NASOM sind, eint seit fünf Jahren die Liebe zum Saxophon und seiner Vielfältigkeit. So gestaltet sich auch ihr Repertoire, denn darin vereinen sie Klassik, Jazz, Weltmusik und echte Volksmusik auf höchstem Niveau.

AUREUM Saxophon Quartett:
Lukas Seifried – Bariton
Viola Jank – Tenor
Johannes Weichinger – Alt
Martina Stückler – Sopran

Lebensmittel für die Seele – Friedenswerk im Herzen Europas
Am 10. September 2020 präsentierten Gregorij H. von Leitis und Michael Lahr von Leitis im Österreichischen Kulturforum Berlin eine literarische Momentaufnahme über die Anfänge der Salzburger Festspiele vor 100 Jahren. Beherzt setzten ihre jüdischen Gründer Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt im weltkriegszerstörten, stark geschrumpften Österreich ein Zeichen, inmitten lautstarker nationalistischer Tendenzen, antisemitischer Beschimpfungen, Inflation und wirtschaftlicher Not. Gregorij H. von Leitis las dazu aus Texten von Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Max Reinhardt, Joseph Roth, Stefan Zweig, Bertha Zuckerkandl u.a. Einführung & Konzept: Michael Lahr von Leitis Lesung: Gregorij H. von Leitis

Elfriede Gerstl
Elfriede Gerstl (1932-2009) zählt zu den prägendsten Schriftstellerinnen Österreichs nach 1945. Die Tochter jüdischer Eltern überlebte den 2. Weltkrieg in wechselnden Wiener Wohnungsverstecken und begann früh, erste Gedichte, Essays und Prosastücke zu veröffentlichen. So entstand im Laufe ihrer mehr als 50-jährigen Karriere, die sie zum Teil in Berlin verbrachte, ein solitäres Werk voller Sprachwitz und Ironie. Im Österreichischen Kulturforum Berlin führten die Literaturwissenschaftlerin Christa Gürtler und die Autorin Ruth Johanna Benrath ein Gespräch über die „Sprachkomponistin“. Christa Gürtler ist Mitherausgeberin der fünfbändigen Werkausgabe der Dichterin. Ruth Johanna Benraths akustische Hommage an Elfriede Gerstl, „Geh dicht dichtig“ wurde als „Hörspiel des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

Aktuelle Architektur aus Österreich
Der Bauherrenpreis der ZV – Zentralvereinigung der Architekt*innen Österreichs zeichnet herausragende Bauten, Freiraumgestaltungen sowie städtebauliche Lösungen aus.
Maria Auböck, Präsidentin der ZV Österreich, stellt die Preisträger*innen 2019 in der Ausstellung „Aktuelle Architektur aus Österreich“ in der Galerie des Kulturforums an der Österreichischen Botschaft Berlin vor.
Ausstellungsdauer: 01. bis 15. September 2020

Noch mehr über die hohe Qualität der Architekturproduktion und das architektonische Denken in den verschiedenen Bundesländern Österreichs können Sie jetzt in der Vortragsreihe „Sprechen über Architektur >> revisted“ erfahren. Die ZV Österreich hat ihr Medienarchiv für Sie geöffnet und zeigt eine Auswahl an Vorträgen, die seit 1967 verschiedene Akteure der Architekturszene Österreichs zu Wort kommen lässt.

WOS UNGUAZ
Eine szenische Lesung mit Musik mit Texten von H. C. Artmann.
H.C. Artmann, virtuoser Sprachspieler, schelmischer Provokateur und einer der großen Dichter des deutschen Sprachraums hat sich vor allem als Lyriker verstanden. Aus der Wiener Vorstadt stammend, spielte er wie kaum ein anderer auf der Klaviatur der poetischen Sprache, die er formvollendet, mit leichter Hand ausstreute. WOS UNGUAZ zeichnet den Weg eines Liebe Suchenden über Dächer und Türme, über Kasematten und Bordelle, über Friedhöfe und Ringelspiele, über Riesen und Zwerge und Zwitter, über Kohlköpfe und Menschenfresser, über Lebende und Tote und Gespenster, über Inseln und Schiffe und Werften und silberne Löwen …

Idee, Zusammenstellung, Konzeption & Darstellung: Walter Prettenhofer (Schauspieler & Sprecherzieher)
Musik & Sound: Benno Koloska (Musiker, Logopäde & Osteopath)

Demokratie verteidigen
Aus Anlass des 75. Jahrestages der Gründung der Republik Österreich am 27. April 1945 erinnerten wir an Voraussetzungen und Grundwerte der Demokratie im Kontext von Bildung und Kunst. Gregorij H. v. Leïtis, Gründer der The Lahr von Leïtis Academy & Archive und Michael Lahr, Executive Director von The Lahr von Leitis Academy & Archive, präsentierten in einer literarischen Collage Texte von u.a. Hermynia zur Mühlen, Joseph Roth, Erich Kästner und Klaus Mann.

Digitaler Konzertsaal
Initiiert vom Geiger Daniel Auner, unterstützt vom BMEIA; wir boten folgende Konzerte an:
Samstag, 11. April | Daniel Auner mit Werken für Violine Solo von J.S. Bach
Ostersonntag, 12. April | Magda Amara am Klavier, Werke von W.A. Mozart, F. Chopin, S. Rachmaninov
Samstag, 18. April | Beethoven Festkonzert, Symphonie Nr. 4 mit den Salzburg Chamber Soloists, Lavard Skou-Larsen
Samstag, 27. Juni | Auner Quartett, Beethoven Op. 18/1 , „Amerikanisches“ von Dvorak

austria kultur digital

 

Das Kulturleben in Österreich ist bunt und vielfältig – und digital für Sie aufbereitet. Wir stellen Ihnen hier die Plattform „austria kultur digital“ des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), das „Austria-Forum“ und viele weitere Angebote vor.

Auslandskultur Imagefilm
„Austria Kultur verbindet“ – Unter diesem Motto werden im neuen Imagefilm die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten im Außenministerium vorgestellt. Mit 30 Kulturforen und einem weltweiten Netzwerk ist die Auslandskultur ein essenzielles und wichtiges Instrument der österreichischen Außenpolitik. Ziel ist es, das zeitgenössische und kreative Schaffen aus Österreich in Kultur und Wissenschaft aufzuzeigen und zu fördern und so kulturelle Brücken in die Welt zu bauen.

austria kultur digital
Auf der Plattform austria kultur digital finden Sie das vielfältige digitale Veranstaltungsangebot vor allem der Österreichischen Kulturforen im Ausland.

schreibART ONLINE
Die Österreichische Gesellschaft für Literatur begleitete das schreibART-Programm des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) filmisch und nahm Lesungen und ausführliche Werkstattgespräche mit österreichischen Autor*innen ohne Publikum auf.

Online Ausstellungen des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten
Ausstellungen zu Klimt, Celan, bedeutenden Österreicherinnen sowie ein digitales Karikaturmuseum sind auf der Seite der Austria Kultur International zu besichtigen.

Austria-Forum
Das digitale Lexikon Austria-Forum hat sich zum Ziel gesetzt, nicht einfach nur ein österreichisches Lexikon zu sein, sondern »alles, was für Österreich interessant ist« kostenlos nachschlagbar zu machen.

Podcasttipps – Aktuell | Podcasts aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

 

Museums-Podcasts in Deutschland, Österreich & Schweiz | mus.er.me.ku (musermeku.org)

Der Podcast „Im Museum“ bringt seit 05. April 2021 fünf Mal in der Woche Objekte aus österreichischen Ausstellungshäusern zu den Zuhörer*innen. Sie erfahren aus dem Naturhistorischen Museum in Wien, wie das Facebook des 19. Jahrhunderts aussah, welcher Roboter den Wiener Kaiserhof im 18. Jahrhundert zum Staunen brachte, sagt uns das Technische Museum. Das Kunsthistorische Museum nimmt Sie mit auf eine ganz besondere Baustelle – den Turmbau zu Babel.

Die Wachau Kultur Melk wartet mit dem neuen Podcast „kultur:laut“ auf. In KULTUR:LAUT #1 spricht Alexander Hauer (künstlerischer Leiter der Sommerspiele Melk) mit Ursula Strauss & Josef Hader über das Leben im Scheinwerferlicht. Sie erzählen, was sie derzeit bewegt, wie sie zum Schauspiel bzw. Kabarett gefunden haben und welche Rollen sie im Privatleben spielen.

 

 

Buchtipps – Aktuell | Norbert Gstrein, „Der zweite Jakob“

Wir verraten Ihnen hier unsere aktuellen Tipps aus der Welt der Literatur.

Norbert Gstrein, Der zweite Jakob
Norbert Gstrein erhält den Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2021. Der österreichische Schriftsteller, der seit vielen Jahren in Hamburg lebt, zähle zu den virtuosesten deutschsprachigen Erzählern der Gegenwart, so die Jury, sein Werk zeichne sich durch scharfsinnige Beobachtungen der Gegenwart aus.

Wir gratulieren sehr herzlich und empfehlen seinen aktuellen Roman „Der zweite Jakob“.

Angela Lehner, 2001
Angela Lehner wurde mit ihrem Erstlingswerk „Vater unser“ mit unter anderem dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt 2019 ausgezeichnet. Ihr zweites Werk „2001“ ist ein kluges und komisches Porträt der Generation Y, angesiedelt in einer österreichischen Kleinstadt namens „Tal“. Die Jugendlichen der „Restmüll“-Klasse nehmen an einem Experiment ihres Geschichtelehrers teil, das kläglich scheitert, ihnen aber auf eigentümliche Weise hilft, ihre Rolle in der Welt zu finden.

Zu Angela Lehners „2001“ gibt es gar eine eigene Spotify-Playlist, zusammengestellt vom Hanser-Literaturverlag. Ein Literaturvergnügen für alle Sinne!

Raphaela Edelbauer, DAVE                                                                                                                                                                                                                                                                  Raphaela Edelbauer präsentierte im Literaturhaus Berlin ihren Roman DAVE. Sie geht darin mit den Mitteln ihrer Sprache der Frage nach, wie es wäre, einen Computer mit menschlichem Bewusstsein auszustatten- aber letztlich geht es darum, herauszufinden, was Menschlichkeit ausmacht. In der Reihe Wissenschaft trifft Literatur sprach sie mit der Professorin für Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie Catrin Misselhorn über die Möglichkeiten der Fortentwicklung des Menschlichen in eine Maschine und ob Technik wirklich alle unsere Probleme lösen kann. Das Buch finden Sie hier.

Das Gespräch wurde aufgezeichnet und ist am 17. September um 19:30 Uhr und am 24. Oktober um 22:05 Uhr in Deutschlandfunk Kultur nachzuhören.

Christoph Ransmayr, Cox oder Der Lauf der Zeit und Atlas eines ängstlichen Mannes.
Cox oder Der Lauf der Zeit: Ein farbenprächtiger Roman über einen maßlosen Kaiser von China und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann.

Atlas eines ängstlichen Mannes: Eine einzigartige, in siebzig Episoden durch Kontinente, Zeiten und Seelenlandschaften führende Erzählung. »Ich sah…«, so beginnt der Erzähler nach kurzen Atempausen immer wieder und führt sein Publikum an die fernsten und nächsten Orte dieser Erde. Wie Landkarten fügen sich dabei Episode um Episode zu einem Weltbuch, das in atemberaubenden Bildern Leben und Sterben, Glück und Schicksal der Menschen kartographiert.

Wir gratulieren Christoph Ransmayr herzlich zum Ludwig-Börne-Preis 2020 für herausragende Essays, Kritik und Reportagen, den ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 8. August 2021 im Schloss Bellevue in Berlin verlieh. Die vollständige Laudatio zum Nachlesen finden Sie hier.

Renate Welsh, Die alte Johanna
In der Fortsetzung des berühmten Jugendbuchs Johanna ist die Titelheldin zwar gealtert, aber als Frauenfigur ganz zeitlos und hat uns auch im 21. Jahrhundert noch viel zu sagen: mit ihrer Menschlichkeit, ihrer Liebe, ihrem Verstand und ihrer unbeirrbaren inneren Sicherheit darin, was richtig und falsch ist. Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Barbara Frischmuth, Dein Schatten tanzt in der Küche
So schöne, berührende Geschichten von Frauen, ja man wünschte, sie könnten in der Küche tanzen und müssten nicht traurig sein, aber sie behaupten sich je auf ihre Weise, wie im wahren Leben. Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Nava Ebrahimi, Das Paradies meines Nachbarn
Schon bevor sie im Juni 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann, schrieb die in Teheran geborene, in Köln aufgewachsene und nun in Graz lebende Autorin Literatur, die existentielle Fragen der Menschen anspricht und dabei die ganze Welt enthält – Weltliteratur. Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Ljuba Arnautovic, Im Verborgenen
Eine Familiengeschichte, die im alten Österreich beginnt, von Tschechien, Bosnien, dem Austro-Faschismus und Kommunismus erzählt und auch noch das 20. Jahrhundert umfasst, mit einer Frau im Zentrum, die die Großmutter der Autorin ist und die mehr erlebt, erträgt und bewegt als eigentlich in ein Frauen-Leben passt. Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Doris Knecht, Die Nachricht
Souverän, digital affin, erfolgreich und liebevoll eingebunden in Familie und Freundeskreis erhält die Heldin anonyme, beleidigende, bedrohliche Nachrichten; auch wenn bald deutlich wird, wer dahinterstecken könnte, bleibt die Spannung bis zuletzt aufrecht, und eigentlich auch darüber hinaus, denn wie ist dem beizukommen? Fesselnd und großartig erzählt! Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete
»Verehrte Lauscher und Lauscherinnen versuchen Sie nicht das Geheimnis dieses Textes zu lüften«, verfügt Friederike Mayröcker in ihrem neuen Prosawerk – aber schon sein Titel legt eine unfehlbare Spur. da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete lässt keine Zweifel an dem, was immer noch Tag für Tag zu tun ist: hellwach und neugierig auf die Welt blicken und ihr eine Kunst abgewinnen, die Wörter in Sternschnuppen verwandelt und die Sprache selbst als einen schier unerschöpflichen poetischen Zauberkasten begreift: »meine Texte entstehen durch sich fortpflanzende Augen«, so eines der Geheimnisse, das die Wiener Dichterin ihren Leserinnen und Lesern doch noch preisgibt.

Mag die »Leibhaftigkeit« im hochbetagten Alter auch mühselig geworden sein, mögen die Listen an Wörtern, die mit den Jahren abhandengekommen sind, auch länger werden, wie die Poetin selbst beklagt – »in meinen Träumen bin ich jung, in meinen Träumen bin ich high«, versichert Friederike Mayröcker, und dieses Credo gilt umso mehr für ihre unvergleichliche, grenzenlose und ganz und gar unausdeutbare Dichtung.

Friederike Mayröcker verstarb am 4. Juni 2021 mit 96 Jahren. Einen Nachruf von Björn Hayer lesen Sie hier.

Daniel Wisser, Wir bleiben noch
Mit hinreißend lakonischem Witz erzählt Daniel Wisser von vier Generationen einer Familie, durch die sich die Gräben eines ganzen Landes ziehen. Er zeichnet das Bild einer Gesellschaft, der langsam dämmert, dass sich der Traum vom ungebremsten Fortschritt gegen sie wendet. Die Welt um Victor Jarno hat sich verändert – und wie immer hat er es zu spät bemerkt.

Victor ist Mitte vierzig, kinderlos und der letzte Sozialdemokrat in einer Wiener Familie mit sozialistischen Wurzeln bis in die Kaiserzeit. Nur scheint sich niemand daran zu erinnern, selbst seine Mutter und seine Tante hat der politische Rechtsruck erfasst. Mit der Rückkehr von Victors Cousine Karoline aus dem Ausland, flammt eine dreißig Jahre alte heimliche Liebe wieder auf: Beide verachten e-Scooter, Stand-up-Paddling und die regierenden Rechtsparteien.

Doch als aus ihnen ein Paar wird, droht die Familie an dem Skandal zu zerbrechen. Noch dazu vererbt ihnen die Großmutter vor ihrem Tod ihr Haus auf dem Land, in das Cousine und Cousin nun zum Missfallen ihrer Eltern, die das Haus gerne geerbt hätten, einziehen. Was aber lässt sich in einer Welt, in der ihre Ideale im Niedergang begriffen sind und ihre Familie zerbricht, noch retten?

Clemens J. Setz, Die Bienen und das Unsichtbare
Der Grazer Ingeborg-Bachmann-Preisträger Clemens J. Setz hat mit „Die Bienen und das Unsichtbare“ ein Buch über das einander Verstehen geschrieben, indem er Plansprachen wie Esperanto oder Blissymbolics, gespickt mit Ausflügen ins Klingonische, erkundet und dabei seine persönliche Geschichte erzählt.

Am 14. Mai um 19:30 Uhr ist er zu Gast im Literarischen Colloquium Berlin und spricht mit der Literaturkritikerin Meike Feßmann über sprachwissenschaftliche Versuche, das gegenseitige Verstehen zu erleichtern.

Hier finden Sie den Livestream. Die Lesung und das Gespräch sind danach 3 Monate in der Mediathek des lcb abrufbar.

Barbara Rieger, Reigen Reloaded
„Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Scenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, literarisch auch nicht viel heißt, aber, nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Theil unserer Cultur eigentümlich beleuchten würde.“
Ob Arthur Schnitzler wohl gedacht hätte, dass sein bekanntestes und skandalträchtigste Stück „Reigen“ im 21. Jh. neu adaptiert werden würde? Nachdem er selbst ob der Furore, die seine zehn erotischen Dialoge 1896 bei der Uraufführung in Berlin auslösten, weitere Aufführungen verbat?

Barbara Rieger wagt den Versuch, noch dazu in Prosa: In „Reigen Reloaded“ reichen sich zehn österreichische Schriftsteller*innen die Hand, ganz der Struktur des Tanzes folgend. Sie selbst, Gertraud Klemm, Gustav Ernst, Daniel Wisser, Bettina Balàka, Michael Stavarič , Angela Lehner, Martin Peichl ,Thomas Stangl und Petra Ganglbauer spinnen im Stille-Post-Verfahren Episode für Episode weiter und man kommt nicht umhin, sich zu fragen – was hat sich denn in diesen 100 Jahren verändert? Handys erleichtern die „Pantscherl“ (Affäre), Kameras decken sie auf, aber damals wie heute gilt: Liebe, Sex und Macht haben immer Saison.

Daniel Kehlmann, Mein Algorithmus und Ich
Lange musste der österreichisch-deutsche Autor Daniel Kehlmann nicht überlegen, ob er die Einladung von Open Austria im Februar 2020 annehmen sollte. Ein Computer als zukünftiger Co-Autor, das könnte die Zukunft sein!
So reiste er ins Silicon Valley, um mit einer von dem US-Wissenschaftler und Philosophen Bryan McCann entwickelten Künstlichen Intelligenz, genannt CTRL, eine Kurzgeschichte zu schreiben. Das Experiment scheiterte und war doch kein Misserfolg, denn was bleibt, ist der Erkenntnisgewinn. Daniel Kehlmann spricht in seiner nun in Buchform erschienen „Stuttgarter Zukunftsrede“ über das Wesen des Geschichtenerzählens, das sprachliche Intelligenz und emotionales Bewusstsein erfordert, die ein Algorithmus wohl nie in der Form wie sie Menschen aufbringen, erreichen kann.

Der Autor war der erste Redner der „Stuttgarter Zukunftsrede“ am 09. Februar 2021. Die vom Literaturhaus Stuttgart initiierte Reihe will damit öffentliche Reflexionen zur Zukunft ermöglichen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir alle in ein gestaltendes Verhältnis zu ihr treten können und sollen.

Carolina Schutti, Der Himmel ist ein kleiner Kreis
„Der Himmel ist ein kleiner Kreis“ – das ist der poetische Titel des neuen Romans der in Innsbruck lebenden Autorin Carolina Schutti. Im Zentrum des Buchs stehen zwei Frauen, die bei aller Verschiedenheit eines gemeinsam haben: die Suche nach Freiheit.
Unser aktueller Buchtipp kommt diesmal von 3sat inklusive Video, das hier sehen können.

Valerie Fritsch, Herzklappen von Johnson & Johnson
Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden. Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.

Sebastian Janata, Die Ambassadorin
Hugo Navratil kommt aus Berlin zum Begräbnis seines Onkels Beppo in sein burgenländisches Heimatdorf zurück, in eine Gegend, die „arm an geistigem Kapital, umso reicher ist an Wein und Kirschen“. Kein Idyll also, obwohl Spätsommer ist und die Traubenernte (Zweigelt, Grüner Veltliner) begonnen hat und bei der Buschenschank (die keine ist) „ausg’steckt“ ist. Eines der Dörfer, von denen wir nur allzu gut wissen, weshalb wir sie verlassen haben, sobald wir erwachsen waren; aus denen wir aber dem Gefühl nach herkommen, nach denen wir uns vielleicht sogar sehnen oder uns vorstellen, irgendwann wieder einmal dort zu sein. Aber das ginge nur, wenn zuvor geklärt würde, wer die beiden Damen an Onkel Beppos Grab sind, was es mit dem ältesten, schönsten Haus im Ort auf sich hat und vor allem mit einem antiken Gewehr Onkel Beppos, nach dem alle suchen (Tipp: Cherchez la femme!).

Es ist eine verblüffende Geschichte, die Sebastian Janata, der als Musiker und Autor in Berlin und Wien lebt, da in seinem zweiten Buch erzählt. Und er findet dafür eine höchst treffende Form und Sprache: mit Rückblenden, die die Spannung aufbauen, mit großartigem Witz in skurrilen Situationen, die auch ein grelles Schlaglicht auf die österreichische Geschichte und Gegenwart werfen und mit bilderreichen Beschreibungen von Land und Menschen, gnadenlos-direkt, aber auch poetisch-liebevoll.

Stefan Slupetzky, Im Netz des Lemming
Nachdem sich im Beisein des Ex-Kriminalbeamten ein elfjähriger Junge nach einem letzten Blick auf seinen Social Media-Account aus Verzweiflung von einer Brücke stürzt, beginnt für Leopold „Lemming“ Wallisch ein Kampf, für den er nicht gerüstet ist. Er muss sich gegen einen „Scheißsturm“ wehren, der seine Familie und ihn auch abseits des Netz bedroht, gegen die Boulevardpresse, deren Urteile sich wie die Fahnen im Wind drehen und gegen korrupte Politiker. Ganz nebenbei soll er auch noch ein Verbrechen aufklären.

Stefan Slupetzky schaut in der Fortsetzung seiner Lemming-Reihe, deren erster Teil mit Fritz Karl und Roland Düringer in den Hauptrollen auch verfilmt wurde, wieder ganz genau hin – und deckt die Missstände unserer Zeit mit bissigem Humor, verpackt in einem packenden Krimi auf.

3 Bücher über das Reisen
Die Unmöglichkeit zu reisen, wie wir es kennen, ist eine der Einschränkungen der Corona-Pandemie, die uns besonders zu schaffen macht, denn „beim Reisen begegnet man neben dem Fremden auch sich selbst“. So empfehlen wir erneut, zu Büchern zu greifen, die uns auf Reisen mitnehmen, Reisen an fremde Orte, in andere Zeiten, in die Leben und Gedanken, in die Literatur und Sprache dreier bedeutender österreichischer Dichter:

Karl-Markus Gauß nimmt uns an unbekannte Orte mit, wie nach Berat in Albanien, Odessa und in das „eiserne Herz des Waldviertels“, zu erstaunlichen Menschen wie einem muslimischen Sommelier und reflektiert in seiner feinsinnigen Sprache über Demut und die Sprache der Politik. Und findet in den kleinen, meist unbeachteten Details der Wirklichkeit so etwas wie Wahrheit. Ein großer Literat, wie er es ist, kann das!
Karl-Markus Gauß, Die unaufhörliche Wanderung, Paul Zsolnay Verlag, 2020

„Die große Strasse“ von Peter Rosei, erschienen 2019 im Residenz Verlag, versammelt Aufzeichnungen zu seinen Reisen aus 50 Jahren, nach Asien, in die Amerikas und durch Europa. Aber wie das so ist mit Reisen, werden die Aufzeichnungen darüber auch zu einer Lebensgeschichte, einem Logbuch, wie er schreibt. Denn „nebenbei ist hier zu sehen, wie einer wurde, wie er ist.“

Auch die neue Textsammlung des Büchner-Preisträgers Josef Winkler kann man wohl als eine Lebensgeschichte lesen, in der seine Reisen, seine Herkunft aus Kärnten  und seine Lektüren mit Hilfe seiner großen, preisgekrönten Sprachkunst zusammen kommen: er zitiert und experimentiert, probiert aus, und „auch wenn sie oft vom Tod erzählt, so atmet und lebt seine Sprache doch wie wenige“.
Josef Winkler, Begib Dich auf die Reise oder Drahtzieher der Sonnenstrahlen, Suhrkamp Berlin, 2020

Johanna Maier, Meine gesunde Küche
Träumen Sie in diesen dunkelgrauen Tagen auch von blühenden Sommerwiesen, duftenden Wildkräutern und frisch geerntetem Obst und Gemüse? Ein Stückchen näher kommen wir dem Traum – wie so oft – ,wenn wir zunächst ein Buch in die Hand nehmen: in diesem Fall „Meine gesunde Küche“ von Johanna Maier.
Die vielfach preisgekrönte „beste Köchin Österreichs“ weckt mit diesem schön geschriebenen und gestalteten Buch nicht nur die Lust am Kochen und Genießen; sie vermittelt auch Grundwissen über Kräuter, Gewürze und Lebensmittel und natürlich auch eine Reihe „Rezepte für jeden Tag“, die zeigen, dass gesunde Ernährung köstlich schmeckt und gar nicht schwer zu bewerkstelligen ist. Lassen Sie sich inspirieren von den mit leichter Hand und großer Überzeugung geschriebenen Gedanken zu gesunder Ernährung, Sinnenfreuden und Leben im Einklang mit der Natur, bevor Sie dann natürlich irgendwann in die Küche entschwinden wollen, um endlich einen „richtigen“ Kaiserschmarrn zu machen.
Denise Quistorp

Graphic Novels zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens
Pünktlich zum 250. Geburtstag einer der einflussreichsten Komponisten aller Zeiten erschienen drei Graphic Novels, die ein ganz neues Bild Ludwig van Beethovens zeigen.
In „Goldjunge. Beethovens Jugendjahre“ erzählt Mikael Ross von der Kindheit und Jugend des Meisters in dynamischen Passagen, die durch ihre fabelhaften Kolorierungen bestechen.
Moritz Stetter zeichnet in „Mythos Beethoven“ den Weg des Komponisten zum bis heute anhaltenden Weltruhm. Dabei konzentriert er sich in den eindrucksvollen Illustrationen auf die Emotionen, die Beethovens Musik auslöst.
Peer Meter und Rem Broo nähern sich in „Beethoven. Unsterbliches Genie“ auf tragisch-komische Weise Geschichten über die Zeit nach dem Tod des Komponisten, die noch heute durch Wien geistern und von denen manche sogar wahr sein sollen.

Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler
Oliver Rathkolb bereitet die Biografie Baldur von Schirachs, 1930 zum Reichsjugendführer ernannt, auf. Der Professor für Zeitgeschichte leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der Zeit des Austrofaschismus, indem er beispielsweise die Rolle Baldur von Schirachs in der österreichischen Kulturpolitik untersucht. Der Günstling Hitlers habe zum Opfermythos des Landes beigetragen, indem er die „Wiederbelebung der klassischen österreichischen Kulturtraditionen“ zur Propagierung der NS-Herrschaft benutzte. So hätte sich ein Überlegenheitsgefühl der Wiener*innen etabliert, die sich aufgrund ihres Erbes aus der k.u.k-Zeit als erhabene „Kulturdeutsche“ empfanden. Im kollektiven Empfinden grenzte man sich damit von den deutschen Tätern ab und verzögerte dadurch die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im Zweiten Weltkrieg und Holocaust.

Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan
Berühmt wurde er mit seinem 1947 erschienen Gedicht „Todesfuge“;  zu seinem 100. Geburtstag erscheint ein Band, in dem sich Wegbegleiter*innen an den großen Dichter Paul Celan erinnern.

„Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan“, herausgegeben und kommentiert vom Czernowitzer Germanist Petro Rychlo, porträtiert den Dichter als Menschen, als Spiel- und Schulkameraden, Kollegen und Gefährten, als Freund und Geliebten. Anhand teils unveröffentlichter Erinnerungen von 55 seiner Weggefährt*innen, entsteht dadurch ein neues Gesamtbild des Schriftstellers. Rychlo hat alle Texte, Interviews, Briefe, Auszüge aus Büchern und Übersetzungen aus verschiedensten Sprachen nach Schauplätzen angeordnet. So können auch die Leser*innen die Lebensetappen Celans nachvollziehen: Czernowitz, Bukarest, Wien, Paris. Anders jedoch als in den bisherigen Biografien, lässt Rychlo nicht nur einen Erzähler zu Wort kommen, sondern einen ganzen Chor an Stimmen. Stets fließen persönliche selbstreflektierende Elemente in die Erzählungen der Zeitgenoss*innen ein. Moshe Barash, geboren 1920 in Czernowitz, berichtet von seinem Kindheitsfreund Paul, Malzia Fischmann-Kahwe über einen ironischen, Witze reißenden und „seine Ohren bewegenden“ Celan. Auch Bilder des psychisch kranken und von Misstrauen besessenen Dichters, geprägt vom Kollegen und Lektor Jacques Derridas, finden sich im Werk. Das Buch richtet sich daher zu Recht gleichermaßen an Celan-Kenner wie auch an einen breiteren Leser*innenkreis.

Petro Rychlo (Hg.) „Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan“, erschienen am 16. November 2020, im Verlag Suhrkamp.

Stefan Kutzenberger, Jokerman
„Es ist allerdings entscheidend, dass wir während der Lektüre freiwillig darauf verzichten, an der Realität des Erzählten zu zweifeln. Das ist der große Unterschied zur plumpen Lüge.“
Und wir lassen uns liebend gern darauf ein, wenn uns der österreichische Autor Stefan Kutzenberger in seinem autofiktionalen Roman „Jokerman“ auf eine abstruse Reise mit Bob Dylan, Amy Winehouse, Salman Rushdi, Hillary und Bill Clinton und natürlich Donald Trump nimmt. Denn es gilt, Weltgeschichte zu schreiben!

Stefanie Sargnagel, Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin
Unser aktueller Buchtipp ist eine Ode an Wien. An das Wien der Augustinverkäufer*innen, der Kellerlokale, der Kieberer, des Gürtels und des Georg Kreislers.
„Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin“ ist der viel beachtete Debütroman der österreichischen Autorin Stefanie Sargnagel. Darin streift die jugendliche Protagonistin Steffi durch die Straßen, Bahnhöfe, Parks und verrauchten Beisln Wiens, auf der Suche nach dem echten Leben. Nicht jenem, das ihr das überholte Schulsystem oder die Gesellschaft als erstrebenswert aufdrängen wollen. Mit der typisch wienerischen Nonchalance und der Gabe, alltägliche, oft unbeachtete Gegebenheiten in prägnante Erzählungen zu verpacken, begeistert Sargnagel in diesem Buch über erste Male, Freundschaft und vermeintlich gescheiterte Existenzen, die eigentlich liebenswerte Sonderlinge und „Originale“ sind.
Der Roman erschien am 13. Oktober 2020 im Rowohlt Buchverlag.

Eva Rossmann, Vom Schönen Schein. Mörderische Geschichten
Die Idylle trügt! Die österreichische Autorin Eva Rossmann ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Kriminalromane. In ihrem neuen Erzählband „Vom schönen Schein. Mörderische Geschichten“ blickt sie nun voll Ironie und Suspense hinter Hochglanzfassaden und Urlaubsidyllen auf Sardinien, in der Karibik, in Wien und im Weinviertel. Rätselhafte Morde lassen den oberflächlichen Glanz bröckeln, ein konsumkritischer Philosoph wird von radikalen Klimaaktivisten bedroht und verschwindet, auf der Traumhochzeit zweier Spitzensportler stirbt überraschend der Bräutigam, eine engagierte Bürgerwehr auf Sardinien hat nicht nur Gutes im Sinn.
Eva Rossmann (*1962 in Graz) lebt im Weinviertel/Österreich. Sie ist Verfassungsjuristin, politische Journalistin, Köchin, Drehbuchautorin, TV- und Radio-Moderatorin des ORF und seit 1994 freie Autorin und Publizistin. Für ihr feministisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur »Kommunikatorin des Jahres« gewählt. Eva Rossmann veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und Kriminalromane zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.

weiter leben – Eine Jugend
„Erinnerung verbindet uns, Erinnerung trennt uns.“
Aus gegebenem Anlass empfehlen wir Ruth Klügers Autobiographie „weiter leben. Eine Jugend“ über  die Deportation der elfjährigen Tochter eines Wiener Arztes nach Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt und die Schrecken und Brutalität des Nationalsozialismus. Die Bibliothekswissenschaftlerin und Germanistin Ruth Klüger schrieb diese Erinnerungen, die die Erlebnisse und den Überlebenswillen des jungen Mädchens in einer direkten, unsentimentalen Sprache besonders eindrücklich nahebringen, im Alter von 60 Jahren in Göttingen. Das 1992 erschienene Buch war ein großer Erfolg und gehört gemeinsam mit dem zweiten Band ihrer Lebenserinnerungen „unterwegs verloren“ zu einem der bedeutendsten und bewegendsten Bücher der „Erinnerungsliteratur“.
Ruth Klüger lehrte in Princeton und an der University of California in Irvine; Göttingen, „die Stadt, in der sie zur Schriftstellerin wurde“, wurde ihre Drittheimat – neben den USA und dem siebenten Wiener Gemeindebezirk. Die Wissenschaftlerin und Kleist-Spezialistin Ruth Klüger war auch Feministin und schrieb zwei weitere Bücher, die wir sehr empfehlen: „Frauen schreiben anders“ und „Frauen lesen anders“. Ruth Klüger starb in Kalifornien kurz vor ihrem 89. Geburtstag.

Sandra Gugić, Zorn und Stille
Sandra Gugić gelingt mit ihrem zweiten Roman ein kluges intimes Familienporträt, in dem die große Frage „Was ist Heimat?“ drei Generationen beschäftigt.
Die Protagonistin Biljana Banadinović flüchtet mit 17 Jahren aus dem Elternhaus, das nur darauf bedacht scheint, als Migranten in Wien ja nicht aufzufallen. In Berlin und Budapest fühlt sie sich frei von allen Konventionen und entfaltet sich künstlerisch unter dem Namen Billy Ban. Doch ihrer serbischen Herkunft und dem plötzlichen Verschwinden des Bruders kann sie sich nach dem Tod des Vaters und dessen letzten Wunsch endgültig nicht mehr entziehen.

Max Reinhardt. Ein Leben als Festspiel
100. Salzburger Festspiele – Opulent und ausführlich, wie es sich für ein Jubiläumsjahr gehört, ist die Biographie, die die Journalistin und Buchautorin Sybille Zehle dem Mitbegründer der Festspiele widmet. Mehr über den „Theaterzar“ finden Sie in der Tageszeitung Der Standard.

Arno Geiger, Unter der Drachenwand
Auf feinfühlige, detailreiche und einzigartige Weise erzählt Arno Geiger die Geschichte eines jungen schwerverwundeten und innerlich zerrissenen Wehrmachtsoldaten, der seine Zeit zur Genesung in Mondsee im Salzkammergut verbringt. In fiktiven Briefen und Tagebucheinträgen schreibt der Autor über die Absurdität des Krieges, die Hoffnung auf ein baldiges Ende und den Wunsch nach einem normalen Leben.

Eva Menasse, Vienna
Botschafter Peter Huber empfiehlt im SZ- Magazin das Buch Vienna von Eva Menasse als einen Roman, der Österreich nahe bringt. In ihrem literarischen Debüt beschreibt sie den Weg einer Wiener Familie mit zur Hälfte jüdischen und zur Hälfte katholischen Wurzeln. Es ist eine mitreißende Erzählung, in der sich auch die Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert spiegelt, voller origineller Charaktere, die sich geistreich und mit Humor durch die todernsten Zeiten retten.
Die Buchempfehlung ist in der 28. Ausgabe des Süddeutsche Zeitung Magazin zu lesen.

Schenk. Das Buch: Ein intimes Lebensbild
Michael Horowitz und Otto Schenk
Das Buch zum 90. Geburtstag des weltberühmten Opernregisseurs, Intendanten, Schauspielers und Autors Otto Schenk am 12. Juni 2020.

Werke von Alfred Kolleritsch
Wir gedenken Alfred Kolleritsch, der im Alter von 89 Jahren am 29. Mai 2020 in Graz gestorben ist. Der Mitbegründer des Grazer „Forum Stadtpark“ und Herausgeber der Literaturzeitschrift „manuskripte“ war eine der zentralen Figuren im österreichischen Literaturbetrieb. Er wird uns auch mit seinen Gedichten und Romanen in Erinnerung bleiben.

Elke Laznia, Lavendellied
Als Einstimmung auf das Poesiefestival Berlin empfehlen Lavendellied von Elke Laznia – ein Prosagedicht, ein „lyrischen Gesang“ über „das alte Lied der Wiederholungen über Generationen“. Elke Laznia würde am liebsten schreiben, ohne etwas zu erzählen, nur neue Formen und Bilder und im Rhythmus der Worte eine unverwechselbare Sprache finden. Und so tauchen Gedanken und Erinnerungen an Eltern, Kinder und Partner aus einem rauschenden Sprachfluss wie Inseln auf.

Karl Kraus: Der Widersprecher
Umfangreich und umfassend, alles, was es über den berühmten und berüchtigten Schriftsteller – „ den größten und strengsten Mann“ im damaligen Wien – zu wissen gibt, von Jens Malte Fischer sachkundig und wunderbar lesbar geschrieben. Was hat uns der „Widersprecher“ heute zu sagen? Er setzte sich permanent kritisch und kompromisslos mit dem sozialen, politischen und kulturellen  Geschehen seiner Zeit auseinander, orientierte sich dabei immer wieder neu, irritierte damit auch Freund und Feind. Und er fand dafür in seinen Werken eine einzigartige Sprache, gnadenlos, satirisch  und geist- reich:  „Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen.“ Er kommt tatsächlich über sie hinaus, mit Leichtigkeit und wirkt bis in unsere Zeit.

Musiktipps – Aktuell | 30. Sächsisches Mozartfest

30. Sächsisches Mozartfest
09. Mai bis 30. Oktober 2021

Obwohl Mozart nie in Chemnitz weilte, hat er eine lange Tradition in der Stadt: Am 9. Januar 1801 gab es die erste Aufführung von Mozarts „Entführung“ in Chemnitz. Die Zauberflöte gehört fast ununterbrochen in den Spielplan und hat Generationen in der Chemnitzer Oper begeistert. Sie erklang als erstes zur Wiedereröffnung des Opernhauses 1951 nach dem zweiten Weltkrieg und nach der Sanierung des Hauses 1992.

Das Sächsische Mozartfest steht im Jahr 2021 unter dem Motto “Brüderlichkeit – Evolution III”, das gesamte Programm finden Sie hier.

Filmtipps – Aktuell | „Das Verhör in der Nacht“

Das Verhör in der Nacht

In „Das Verhör in der Nacht“ liefern sich Charly Hübner und Sophie von Kessel ein verbales Machtduell. Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann adaptierte dafür sein Kammerspiel „Heilig Abend“, das 2017 im Wiener Theater in der Josefstadt uraufgeführt wurde.
Der Ermittler Thomas stellt sich der schlagfertigen Intellektuellen Judith, die unter Terrorverdacht steht. Kann er ihr sie mit Fragen zur „strukturellen Gewalt“ und ihrem Vorleben, über das er bis ins Detail unterrichtet ist, zur Wahrheit bewegen? Oder ist es eher die Professorin für Philosophie, die ihn durch ihre Eloquenz aus dem Konzept bringt? Die Zeit drängt, auch wenn anders als im Theaterstück keine Uhr die Minuten bis zum Anschlag zählt. Dadurch rücken jedoch der Dialog und die Spannung zwischen den Protagonist*innen noch mehr in den Vordergrund.
„Das Verhör in der Nacht“ nach dem Drehbuch von Daniel Kehlmann ist in den Arte und ZDF Mediatheken verfügbar.

Bühnentipps – Aktuell | Die letzten Tage der Menschheit

Die letzten tage der Menschheit | Regie: Paulus Manker

Der „Spiegel“ sprach von einem „Gesamtkunstwerk“, die „Deutsche Bühne“ bezeichnete es als einen „apokalyptischen Grenzgang des Theaters“, der „Kurier“ nannte es „DAS Theaterereignis des Jahres“: „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, ein Simultandrama, das an mehreren Orten gleichzeitig stattfindet. Man kann am Geschehen unmittelbar teilhaben, in den Zeitungsredaktionen sitzen und auf alten Schreibmaschinen tippen, in die Betten des Lazaretts darf man sich legen, im Kaffeehaus sitzen, die Zeitung lesen und Kaffee trinken. In der Pause wird zusätzlich ein dreigängiges Dinner serviert.

Ort: Belgienhalle Berlin, Gartenfelderstraße 28

Mehr Infos zu Terminen & Karten unter www.letztetage.com

Ausstellungstipps – Aktuell | Global Peace Photo Award/GPPA

Gerne teilen wir mit Ihnen Ausstellungen, auf die wir in diesem Jahr besonders gespannt sind:

Global Peace Photo Award/GPPA

Der Global Peace Photo Award/GPPA würdigt und fördert Fotograf*innen aus aller Welt, deren Bilder das menschliche Streben nach einer friedlichen Welt und die Suche nach dem Schönen und Guten in unserem Leben festhalten. Der Preis geht an jene Fotografien, die am besten die Idee zum Ausdruck bringen, dass unsere Zukunft im friedlichen Miteinander liegt. Der Preis wird gemeinsam mit ua. dem Österreichischen Parlament, der UNESCO, der Edition Lammerhuber und World Press Foto ausgelobt; die Beiträge werden in diesem Jahr auch in Berlin gezeigt, und zwar von 30. September bis 24. Oktober 2021 im Freundeskreis Willy-Brandt-Haus.

Nähere Informationen zu den Zugangsregelungen auf www.fkwbh.de

SPACES

Von 29. Mai bis 19. September 2021 sehen Sie im Schloss Untergröningen eine Ausstellung  gleich einer rasenden Reise durch Raum und Zeit: SPACES lotet den realen wie virtuellen Raum, seine künstlerischen bis technischen Möglichkeiten und Grenzen aus. Dies ergibt ein Zusammenspiel von analoger wie digitaler Kunst, von Bildern, Skulpturen, realen und digitalen Installationen, Augmented Reality, und Science Fictions. Und es gibt natürlich Räume: Licht-Räume, dunkle Räume, mehrdimensionale Räume und Räume, die es gar nicht wirklich gibt. Und Kunst, die von Robotern geschaffen wird. In SPACES sehen Sie unter anderem die Installation „Weightless“ der österreichischen Künstlerin Lena Lapschina, durch die BetrachterInnen tief ins Weltall blicken. Es gilt, einen Raumfahrer zu beobachten, der im Zustand der Schwerelosigkeit rotiert – und zwar, wie sich nach einigen Minuten gebannten Zusehens vermuten lässt: für immer. Die Überwindung der Schwerkraft ist ja ein ganz zentraler Teil der Erzählung, die sich die Menschen im Zeitalter der Entdeckungen und Erfindungen ausgedacht haben: ein wichtiges Moment der Vorstellung von einem besseren Leben. Wenn Lena Lapschina das Thema outer space für ihre Arbeiten aufgreift, kann das von Fall zu Fall unterschiedliche Gründe haben. Mal ist es Faszination, mal ist es der Wunsch nach Auseinandersetzung. Und manchmal beides. Dabei bringt die Künstlerin die Mittel der Malerei, der Fotografie, der Installation oder der monumentalen (Wand-)Zeichnung zum Einsatz.

Die Ausstellung „Vom Vergessen zum Erinnern“ des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus zu seinem 25-jährigen Bestehen gibt einen Einblick in die Arbeit des Fonds und seine Ziele.

Kosmos Österreich – Aktuelle Ausgabe „Kulturelle Begegnungen ermöglichen“

KOSMOS ÖSTERREICH
68. Ausgabe 

Die neuste Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH steht unter dem Motto der österreichischen Auslandskultur „Kulturelle Begegnungen ermöglichen“. Nach eineinhalb Jahren der Einschränkungen freuen wir uns, dass Kontakte und Veranstaltungen in der Kultur und Wissenschaft wieder vielfältig und intensiver werden können.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für September bis Dezember 2021:
Kosmos Österreich – „Kulturelle Begegnungen ermöglichen“

KOSMOS ÖSTERREICH
67. Ausgabe 

In der Sommer-Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH stellen wir unseren Architekturschwerpunkt, den wir 2021 verfolgen, in den Fokus. Denn dieses Jahr feiern wir den 20. Geburtstag des Botschaftsgebäudes hier in Berlin!

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für Mai bis August 2021:
Kosmos Österreich – „Alles ist Architektur“

KOSMOS ÖSTERREICH
66. Ausgabe

Die neueste Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH steht ganz im Zeichen von „Kultur und Erinnern“. Denn ein Fixpunkt unserer Kulturarbeit ist die notwendige Reflexion von Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus, und deren Bedeutung für die Gegenwart. Damit wollen wir auch einen Beitrag zum großen Jubiläum „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ leisten.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für Jänner bis April 2021:
Kosmos Österreich – Kultur und Erinnern

KOSMOS ÖSTERREICH
65. Ausgabe

Wir freuen uns sehr, Ihnen wieder neue Einblicke in den „Kosmos Österreich“ geben zu können. Die umfangreiche 65. Ausgabe ist nicht nur dem durch die Corona-Pandemie verursachten „Veranstaltungsstau“ geschuldet. Wir wollen diese bewährte Publikation vielmehr wieder dazu nutzen, Ihnen neben dem Programm auch interessante Persönlichkeiten, aktuelle Themen, neue Ideen und Bücher nahezubringen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für September bis Dezember 2020:
Kosmos Österreich – Kultur und Wissenschaft