Film

Online

18.01.2021

CINEMATHEK | Von Monstern und Müttern – 2x Österreichischer Genrefilm

Herzlich Willkommen!

Aufgrund der neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen mit SARS-CoV-2 sind bis auf Weiteres leider keine Präsenzveranstaltungen im Österreichischen Kulturforum Berlin möglich.

Die Ausstellung „ab_bilden“ in unserer Galerie wurde verlängert und kann, unter Voraussetzung der Beendigung der aktuellen Maßnahmen gegen die Pandemie, im Österreichischen Kulturforum Berlin besucht werden.

In der Zwischenzeit laden wir Sie zu einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung ein. Die filmische Dokumentation „ab_bilden“ finden Sie ab sofort auf unserem YouTube-Kanal; neben den drei Künstler*innen kommen auch die Kurator*innen zu Wort und geben Einblick in diese besondere Schau.

Informieren Sie sich auch gerne hier und in der Mediathek über unsere virtuellen Angebote. Wir freuen uns darauf, wenn wir einander wieder persönlich begegnen können.

Das Kulturforum Berlin ist das Kulturinstitut der Republik Österreich in Deutschland. Wir unterstützen österreichische Kulturschaffende mit dem Ziel, den Dialog zwischen Österreich und Deutschland in den Bereichen Kultur und Wissenschaft zu fördern und stehen auch als Servicestelle für den Aufbau von Kontakten und Netzwerken in Deutschland zur Verfügung. Dazu laden wir regelmäßig zu Veranstaltungen in das Kulturforum der Österreichischen Botschaft Berlin ein und arbeiten mit Partnerinnen und Partnern im Kultur- und Wissenschaftsbereich in ganz Deutschland zusammen. Mehr erfahren

Die neueste Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH steht ganz im Zeichen von „Kultur und Erinnern“.

Denn ein Fixpunkt unserer Kulturarbeit ist die notwendige Reflexion von Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus, und deren Bedeutung für die Gegenwart. Damit wollen wir auch einen Beitrag zum großen Jubiläum „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ leisten.

Im aktuellen Helft finden Sie daher neben zahlreichen Veranstaltungshinweisen Beiträge der Direktorin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, Barbara Staudinger und der administrativen Leiterin der Kommission für Provenienzforschung, Pia Schölnberger sowie ein Portrait der neuen Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Deborah Hartmann.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre des KOSMOS ÖSTERREICH 66.

 

Aktuelle Tipps

Botschaft macht Schule
Im Rahmen der Aktion „Botschaft macht Schule“ lädt die Österreichische Botschaft Berlin interessierte Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein, einen Beitrag (z.B. Aufsatz, Video) über Österreich zu gestalten.
Die Klasse mit dem Siegerprojekt wird zu einem „Österreich-Tag“ in die Botschaft eingeladen!
Hier finden Sie mehr Informationen zu der Aktion. Die Botschaft freut sich über die Zusendung Ihrer Beiträge via berlin-ob@bmeia.gv.at.
Ausstellungstipps – Aktuell | Der unbekannte politische Gefangene

 

Noch sind die Museen geschlossen, doch Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und so teilen wir gerne mit Ihnen eine der Ausstellungen, auf die wir in diesem Jahr besonders gespannt sind.

Das Kunsthaus Dahlem musste die Schau „Der unbekannte politische Gefangene“ kurz nach der Eröffnung schon wieder schließen, hat sich nun aber entschieden, die Ausstellung sogar bis 21. Juni 2021 zu verlängern! Sie widmet sich  dem Wettbewerb für ein Denkmal des unbekannten politischen Gefangenen, der 1952 vom Londoner Institute of Contemporary Arts (ICA) ausgelobt wurde. Seine herausragende Bedeutung erlangte er, weil er erstmals nach 1945 Künstlerinnen und Künstlern wieder ein breites internationales Forum bot und vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts der Nachkriegszeit von einer ideologisierten Kunst(politik) geprägt war.

Auch österreichische Entwürfe gingen bei diesem Wettbewerb ein,  auf dessen Ausschreibung etwa 3.000 Bildhauerinnen und Bildhauer aus 57 Nationen reagierten. „Der unbekannte politische Gefangene“ zeigt den Beitrag des österreichischen Bildhauers Emil Gehrer, welcher an der Kunstgewerbeschule in Wien und an der Kunstakademie in München Bildhauerei studierte.

 

Schubert-Woche im Pierre Boulez Saal

 

Januar ist Schubert-Zeit im Pierre Boulez Saal: Zum dritten Mal widmen sich auf Einladung von Thomas Hampson namhafte Liedsänger*innen und die vielversprechendsten Talente der kommenden Generation gemeinsam mit ihren Klavierpartner*innen eine ganze Woche lang dem Schubert-Lied – auch unter Pandemiebedingungen.

Der Boulez Saal bringt das vollständige Programm der Schubert-Woche mit täglichen Konzerten, Workshops und Gesprächen per frei zugänglichem Livestream zu Ihnen nach Hause. Hintergrundinformationen zu Liedern und Texten sowie Interviews mit den Sänger*innen eröffnen im digitalen Raum darüber hinaus neue, interaktive Zugänge zu Schuberts faszinierendem Kosmos aus Musik und Dichtung.

Mehr Informationen zur Schubert-Woche von 18. bis 24. Januar 2021 finden Sie hier.

Kosmos Österreich – Aktuelle Ausgabe „Kultur und Erinnern“

 

KOSMOS ÖSTERREICH
66. Ausgabe

Die neueste Ausgabe des KOSMOS ÖSTERREICH steht ganz im Zeichen von „Kultur und Erinnern“. Denn ein Fixpunkt unserer Kulturarbeit ist die notwendige Reflexion von Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus, und deren Bedeutung für die Gegenwart. Damit wollen wir auch einen Beitrag zum großen Jubiläum „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ leisten.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für Jänner bis April 2021:
Kosmos Österreich – Kultur und Erinnern

 

KOSMOS ÖSTERREICH
65. Ausgabe

Wir freuen uns sehr, Ihnen wieder neue Einblicke in den „Kosmos Österreich“ geben zu können. Die umfangreiche 65. Ausgabe ist nicht nur dem durch die Corona-Pandemie verursachten „Veranstaltungsstau“ geschuldet. Wir wollen diese bewährte Publikation vielmehr wieder dazu nutzen, Ihnen neben dem Programm auch interessante Persönlichkeiten, aktuelle Themen, neue Ideen und Bücher nahezubringen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe für September bis Dezember 2020:
Kosmos Österreich – Kultur und Wissenschaft

Bruegel begegnen

 

Das Kunsthistorische Museum Wien beherbergt mit seinen zwölf Werken die weltweit größte und bedeutendste Bruegel-Sammlung, unter anderem das berühmte Gemälde „Bauernhochzeit“. Im virtuellen Bruegel-Saal können Sie die Bilder nun ganz in Ruhe erkunden und ein Stück Kunstgeschichte zu sich nach Hause holen! Durch die qualitativ hochwertigen Aufnahmen sind alle Details der zwölf Meisterwerke zu betrachten.

Begegnen Sie hier Pieter Bruegel d. Ä. wie nie zuvor!

Mediathek des Österreichischen Kulturforums Berlin

 

Hier finden Sie unsere virtuellen Angebote:

BABYLON EUROPA
Zum zweiten Mal präsentierte das europäische Kulturnetzwerk EUNIC Berlin am 06. September 2020 BABYLON EUROPA – die bunte Show der europäischen Kulturen im TIPI AM KANZLERAMT. Unter veränderten Vorzeichen zwar, doch mit demselben kraftvollen künstlerischen Ausdruck standen 12 Künstlerinnen und Künstler aus 12 europäischen Regionen gemeinsam auf einer Bühne. Bei diesem beeindruckenden Kaleidoskop der Kulturen war Österreich mit dem Sextett Holler my Dear vertreten. 

Barocke Hofmusik von HOLZ-BLECH-SAITEN
Das Ensemble HOLZ-BLECH-SAITEN besticht durch seine ungewöhnliche Instrumentenkombination Blockflöte/Oboe, Trompete, Cembalo und Cello. Auch in der Barockzeit wurde für verschiedene Besetzungen bearbeitet. Musiker wie Johann Sebastian Bach, Johann Heinrich Schmelzer, Pavel Josef Vejvanowsky, William Corbett, Antonio Vivaldi und Giovanni Buonaventura Viviani komponierten dort, wo das musikalische Leben florierte: an Höfen von Königen, Kaisern und Bischöfen. HOLZ-BLECH-SAITEN nehmen Sie in dieser Aufnahme auf eine musikalische Reise durch Österreich und Europa.

HOLZ-BLECH-SAITEN:
Ursula Schmotzer – Barockoboe, Blockflöte
Ludger Starke – Barocktrompete
Inka Döring – Barockcello
Sabine Erdmann – Cembalo

Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“
Wissenschaft berührt alle Aspekte unseres Lebens und hat damit auch für Politik und Diplomatie große Bedeutung. Dabei bewegt uns vor allem die Frage, wie Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur im digitalen Zeitalter zusammenwirken können, um zu einem differenzierten und umfassenden Verständnis zu den aktuellen Fragen, die uns derzeit bewegen, zu gelangen. Als Kulturforum können wir ein Ort für einen solchen Diskurs unter Expert*innen verschiedener Disziplinen sein und initiierten deshalb gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK die Salonreihe „Wissenschaft und Kultur im Gespräch“. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der erste Salon der Reihe online statt. Dr. Bertram Nickolay, Leiter der Abteilung „Maschinelles Sehen“ am Fraunhofer IPK Berlin, führte mit Prof. Dr. Raphael Rosenberg, Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Wien, ein virtuelles Gespräch zu den Themen Maschinelles Sehen und Empirische Bildwissenschaft.

AUREUM Saxophon Quartett – Konzert zum Österreichischen Nationalfeiertag
Anlässlich des Nationalfeiertages luden die Österreichische Botschaft und das Österreichische Kulturforum Berlin zu einem Konzert des AUREUM Saxophon Quartetts ein. Die vier Musiker*innen, die Teil des Förderprogramms NASOM sind, eint seit fünf Jahren die Liebe zum Saxophon und seiner Vielfältigkeit. So gestaltet sich auch ihr Repertoire, denn darin vereinen sie Klassik, Jazz, Weltmusik und echte Volksmusik auf höchstem Niveau.

AUREUM Saxophon Quartett:
Lukas Seifried – Bariton
Viola Jank – Tenor
Johannes Weichinger – Alt
Martina Stückler – Sopran

Lebensmittel für die Seele – Friedenswerk im Herzen Europas
Am 10. September 2020 präsentierten Gregorij H. von Leitis und Michael Lahr von Leitis im Österreichischen Kulturforum Berlin eine literarische Momentaufnahme über die Anfänge der Salzburger Festspiele vor 100 Jahren. Beherzt setzten ihre jüdischen Gründer Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt im weltkriegszerstörten, stark geschrumpften Österreich ein Zeichen, inmitten lautstarker nationalistischer Tendenzen, antisemitischer Beschimpfungen, Inflation und wirtschaftlicher Not. Gregorij H. von Leitis las dazu aus Texten von Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Max Reinhardt, Joseph Roth, Stefan Zweig, Bertha Zuckerkandl u.a. Einführung & Konzept: Michael Lahr von Leitis Lesung: Gregorij H. von Leitis

Elfriede Gerstl
Elfriede Gerstl (1932-2009) zählt zu den prägendsten Schriftstellerinnen Österreichs nach 1945. Die Tochter jüdischer Eltern überlebte den 2. Weltkrieg in wechselnden Wiener Wohnungsverstecken und begann früh, erste Gedichte, Essays und Prosastücke zu veröffentlichen. So entstand im Laufe ihrer mehr als 50-jährigen Karriere, die sie zum Teil in Berlin verbrachte, ein solitäres Werk voller Sprachwitz und Ironie. Im Österreichischen Kulturforum Berlin führten die Literaturwissenschaftlerin Christa Gürtler und die Autorin Ruth Johanna Benrath ein Gespräch über die „Sprachkomponistin“. Christa Gürtler ist Mitherausgeberin der fünfbändigen Werkausgabe der Dichterin. Ruth Johanna Benraths akustische Hommage an Elfriede Gerstl, „Geh dicht dichtig“ wurde als „Hörspiel des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

Aktuelle Architektur aus Österreich
Der Bauherrenpreis der ZV – Zentralvereinigung der Architekt*innen Österreichs zeichnet herausragende Bauten, Freiraumgestaltungen sowie städtebauliche Lösungen aus.
Maria Auböck, Präsidentin der ZV Österreich, stellt die Preisträger*innen 2019 in der Ausstellung „Aktuelle Architektur aus Österreich“ in der Galerie des Kulturforums an der Österreichischen Botschaft Berlin vor.
Ausstellungsdauer: 01. bis 15. September 2020

Noch mehr über die hohe Qualität der Architekturproduktion und das architektonische Denken in den verschiedenen Bundesländern Österreichs können Sie jetzt in der Vortragsreihe „Sprechen über Architektur >> revisted“ erfahren. Die ZV Österreich hat ihr Medienarchiv für Sie geöffnet und zeigt eine Auswahl an Vorträgen, die seit 1967 verschiedene Akteure der Architekturszene Österreichs zu Wort kommen lässt.

WOS UNGUAZ
Eine szenische Lesung mit Musik mit Texten von H. C. Artmann.
H.C. Artmann, virtuoser Sprachspieler, schelmischer Provokateur und einer der großen Dichter des deutschen Sprachraums hat sich vor allem als Lyriker verstanden. Aus der Wiener Vorstadt stammend, spielte er wie kaum ein anderer auf der Klaviatur der poetischen Sprache, die er formvollendet, mit leichter Hand ausstreute. WOS UNGUAZ zeichnet den Weg eines Liebe Suchenden über Dächer und Türme, über Kasematten und Bordelle, über Friedhöfe und Ringelspiele, über Riesen und Zwerge und Zwitter, über Kohlköpfe und Menschenfresser, über Lebende und Tote und Gespenster, über Inseln und Schiffe und Werften und silberne Löwen …

Idee, Zusammenstellung, Konzeption & Darstellung: Walter Prettenhofer (Schauspieler & Sprecherzieher)
Musik & Sound: Benno Koloska (Musiker, Logopäde & Osteopath)

Demokratie verteidigen
Aus Anlass des 75. Jahrestages der Gründung der Republik Österreich am 27. April 1945 erinnerten wir an Voraussetzungen und Grundwerte der Demokratie im Kontext von Bildung und Kunst. Gregorij H. v. Leïtis, Gründer der The Lahr von Leïtis Academy & Archive und Michael Lahr, Executive Director von The Lahr von Leitis Academy & Archive, präsentierten in einer literarischen Collage Texte von u.a. Hermynia zur Mühlen, Joseph Roth, Erich Kästner und Klaus Mann.

Digitaler Konzertsaal
Initiiert vom Geiger Daniel Auner, unterstützt vom BMEIA; wir boten folgende Konzerte an:
Samstag, 11. April | Daniel Auner mit Werken für Violine Solo von J.S. Bach
Ostersonntag, 12. April | Magda Amara am Klavier, Werke von W.A. Mozart, F. Chopin, S. Rachmaninov
Samstag, 18. April | Beethoven Festkonzert, Symphonie Nr. 4 mit den Salzburg Chamber Soloists, Lavard Skou-Larsen
Samstag, 27. Juni | Auner Quartett, Beethoven Op. 18/1 , „Amerikanisches“ von Dvorak

austria kultur digital

 

Das Kulturleben in Österreich ist bunt und vielfältig – und digital für Sie aufbereitet. Wir stellen Ihnen hier die Plattform „austria kultur digital“ des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), das „Austria-Forum“ und viele weitere Angebote vor.

Auslandskultur Imagefilm
„Austria Kultur verbindet“ – Unter diesem Motto werden im neuen Imagefilm die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten im Außenministerium vorgestellt. Mit 30 Kulturforen und einem weltweiten Netzwerk ist die Auslandskultur ein essenzielles und wichtiges Instrument der österreichischen Außenpolitik. Ziel ist es, das zeitgenössische und kreative Schaffen aus Österreich in Kultur und Wissenschaft aufzuzeigen und zu fördern und so kulturelle Brücken in die Welt zu bauen.

austria kultur digital
Auf der Plattform austria kultur digital finden Sie das vielfältige digitale Veranstaltungsangebot vor allem der Österreichischen Kulturforen im Ausland.

schreibART ONLINE
Die Österreichische Gesellschaft für Literatur begleitete das schreibART-Programm des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) filmisch und nahm Lesungen und ausführliche Werkstattgespräche mit österreichischen Autor*innen ohne Publikum auf.

Online Ausstellungen des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten
Ausstellungen zu Klimt, Celan, bedeutenden Österreicherinnen sowie ein digitales Karikaturmuseum sind auf der Seite der Austria Kultur International zu besichtigen.

Austria-Forum
Das digitale Lexikon Austria-Forum hat sich zum Ziel gesetzt, nicht einfach nur ein österreichisches Lexikon zu sein, sondern »alles, was für Österreich interessant ist« kostenlos nachschlagbar zu machen.

Podcast | Geschichten aus der Geschichte

 

Geschichten aus der Geschichte

Die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer unterhalten sich einmal die Woche über eine Geschichte aus der Geschichte. Wobei der eine nie weiß, was ihm der andere erzählen wird. Auch in ihrem „Broterwerb“ sind die beiden in der Wissenschaftskommunikation tätig – Richard Hemmer berät Film, TV- und Spielproduktionen, Daniel Meßner arbeitet für die Universität Hamburg als Referent in der Öffentlichkeitsarbeit.

In ihren wöchentlichen Episoden gehen sie sehr ungewöhnlichen und auch kuriosen Fragen nach, mit denen man sich sonst vermutlich nie beschäftigt hätte.  Sie erzählen beispielsweise von Joseph Haydns verlorenem Kopf; zum 100. Todestag wird Kaiser Franz Joseph aus der Sicht Eugen Ketterls, des Kaisers letzten Kammerdiener,  betrachtet. Sie sprechen über den Schachtürken, einen Automat des Beamten Wolfgang von Kempelen, der die Kaiserin Maria Theresia beeindrucken sollte oder das 1706 entdeckte Berliner Blau, das nicht nur Maler begeistert, sondern sich auch als Medikament und zur Weinschönung durchsetzte.

Alle Folgen dieses kostenlosen Podcasts finden Sie auf https://www.geschichte.fm/.

Buchtipps – Aktuell | Graphic Novels zum 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens

 

Wir verraten Ihnen hier unsere aktuellen Tipps aus der Welt der Literatur.

 

Graphic Novels zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens
Pünktlich zum 250. Geburtstag einer der einflussreichsten Komponisten aller Zeiten erschienen drei Graphic Novels, die ein ganz neues Bild Ludwig van Beethovens zeigen.
In „Goldjunge. Beethovens Jugendjahre“ erzählt Mikael Ross von der Kindheit und Jugend des Meisters in dynamischen Passagen, die durch ihre fabelhaften Kolorierungen bestechen.
Moritz Stetter zeichnet in „Mythos Beethoven“ den Weg des Komponisten zum bis heute anhaltenden Weltruhm. Dabei konzentriert er sich in den eindrucksvollen Illustrationen auf die Emotionen, die Beethovens Musik auslöst.
Peer Meter und Rem Broo nähern sich in „Beethoven. Unsterbliches Genie“ auf tragisch-komische Weise Geschichten über die Zeit nach dem Tod des Komponisten, die noch heute durch Wien geistern und von denen manche sogar wahr sein sollen.


Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler
Oliver Rathkolb bereitet die Biografie Baldur von Schirachs, 1930 zum Reichsjugendführer ernannt, auf. Der Professor für Zeitgeschichte leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der Zeit des Austrofaschismus, indem er beispielsweise die Rolle Baldur von Schirachs in der österreichischen Kulturpolitik untersucht. Der Günstling Hitlers habe zum Opfermythos des Landes beigetragen, indem er die „Wiederbelebung der klassischen österreichischen Kulturtraditionen“ zur Propagierung der NS-Herrschaft benutzte. So hätte sich ein Überlegenheitsgefühl der Wiener*innen etabliert, die sich aufgrund ihres Erbes aus der k.u.k-Zeit als erhabene „Kulturdeutsche“ empfanden. Im kollektiven Empfinden grenzte man sich damit von den deutschen Tätern ab und verzögerte dadurch die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im Zweiten Weltkrieg und Holocaust.


Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan
Berühmt wurde er mit seinem 1947 erschienen Gedicht „Todesfuge“;  zu seinem 100. Geburtstag erscheint ein Band, in dem sich Wegbegleiter*innen an den großen Dichter Paul Celan erinnern.

„Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan“, herausgegeben und kommentiert vom Czernowitzer Germanist Petro Rychlo, porträtiert den Dichter als Menschen, als Spiel- und Schulkameraden, Kollegen und Gefährten, als Freund und Geliebten. Anhand teils unveröffentlichter Erinnerungen von 55 seiner Weggefährt*innen, entsteht dadurch ein neues Gesamtbild des Schriftstellers. Rychlo hat alle Texte, Interviews, Briefe, Auszüge aus Büchern und Übersetzungen aus verschiedensten Sprachen nach Schauplätzen angeordnet. So können auch die Leser*innen die Lebensetappen Celans nachvollziehen: Czernowitz, Bukarest, Wien, Paris. Anders jedoch als in den bisherigen Biografien, lässt Rychlo nicht nur einen Erzähler zu Wort kommen, sondern einen ganzen Chor an Stimmen. Stets fließen persönliche selbstreflektierende Elemente in die Erzählungen der Zeitgenoss*innen ein. Moshe Barash, geboren 1920 in Czernowitz, berichtet von seinem Kindheitsfreund Paul, Malzia Fischmann-Kahwe über einen ironischen, Witze reißenden und „seine Ohren bewegenden“ Celan. Auch Bilder des psychisch kranken und von Misstrauen besessenen Dichters, geprägt vom Kollegen und Lektor Jacques Derridas, finden sich im Werk. Das Buch richtet sich daher zu Recht gleichermaßen an Celan-Kenner wie auch an einen breiteren Leser*innenkreis.

Petro Rychlo (Hg.) „Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan“, erschienen am 16. November 2020, im Verlag Suhrkamp.

Jokerman
„Es ist allerdings entscheidend, dass wir während der Lektüre freiwillig darauf verzichten, an der Realität des Erzählten zu zweifeln. Das ist der große Unterschied zur plumpen Lüge.“
Und wir lassen uns liebend gern darauf ein, wenn uns der österreichische Autor Stefan Kutzenberger in seinem autofiktionalen Roman „Jokerman“ auf eine abstruse Reise mit Bob Dylan, Amy Winehouse, Salman Rushdi, Hillary und Bill Clinton und natürlich Donald Trump nimmt. Denn es gilt, Weltgeschichte zu schreiben!

Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin
Unser aktueller Buchtipp ist eine Ode an Wien. An das Wien der Augustinverkäufer*innen, der Kellerlokale, der Kieberer, des Gürtels und des Georg Kreislers.
„Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin“ ist der viel beachtete Debütroman der österreichischen Autorin Stefanie Sargnagel. Darin streift die jugendliche Protagonistin Steffi durch die Straßen, Bahnhöfe, Parks und verrauchten Beisln Wiens, auf der Suche nach dem echten Leben. Nicht jenem, das ihr das überholte Schulsystem oder die Gesellschaft als erstrebenswert aufdrängen wollen. Mit der typisch wienerischen Nonchalance und der Gabe, alltägliche, oft unbeachtete Gegebenheiten in prägnante Erzählungen zu verpacken, begeistert Sargnagel in diesem Buch über erste Male, Freundschaft und vermeintlich gescheiterte Existenzen, die eigentlich liebenswerte Sonderlinge und „Originale“ sind.
Der Roman erschien am 13. Oktober 2020 im Rowohlt Buchverlag.

Vom Schönen Schein. Mörderische Geschichten
Die Idylle trügt! Die österreichische Autorin Eva Rossmann ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Kriminalromane. In ihrem neuen Erzählband „Vom schönen Schein. Mörderische Geschichten“ blickt sie nun voll Ironie und Suspense hinter Hochglanzfassaden und Urlaubsidyllen auf Sardinien, in der Karibik, in Wien und im Weinviertel. Rätselhafte Morde lassen den oberflächlichen Glanz bröckeln, ein konsumkritischer Philosoph wird von radikalen Klimaaktivisten bedroht und verschwindet, auf der Traumhochzeit zweier Spitzensportler stirbt überraschend der Bräutigam, eine engagierte Bürgerwehr auf Sardinien hat nicht nur Gutes im Sinn.
Eva Rossmann (*1962 in Graz) lebt im Weinviertel/Österreich. Sie ist Verfassungsjuristin, politische Journalistin, Köchin, Drehbuchautorin, TV- und Radio-Moderatorin des ORF und seit 1994 freie Autorin und Publizistin. Für ihr feministisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur »Kommunikatorin des Jahres« gewählt. Eva Rossmann veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und Kriminalromane zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.

weiter leben – Eine Jugend
„Erinnerung verbindet uns, Erinnerung trennt uns.“
Aus gegebenem Anlass empfehlen wir Ruth Klügers Autobiographie „weiter leben. Eine Jugend“ über  die Deportation der elfjährigen Tochter eines Wiener Arztes nach Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt und die Schrecken und Brutalität des Nationalsozialismus. Die Bibliothekswissenschaftlerin und Germanistin Ruth Klüger schrieb diese Erinnerungen, die die Erlebnisse und den Überlebenswillen des jungen Mädchens in einer direkten, unsentimentalen Sprache besonders eindrücklich nahebringen, im Alter von 60 Jahren in Göttingen. Das 1992 erschienene Buch war ein großer Erfolg und gehört gemeinsam mit dem zweiten Band ihrer Lebenserinnerungen „unterwegs verloren“ zu einem der bedeutendsten und bewegendsten Bücher der „Erinnerungsliteratur“.
Ruth Klüger lehrte in Princeton und an der University of California in Irvine; Göttingen, „die Stadt, in der sie zur Schriftstellerin wurde“, wurde ihre Drittheimat – neben den USA und dem siebenten Wiener Gemeindebezirk. Die Wissenschaftlerin und Kleist-Spezialistin Ruth Klüger war auch Feministin und schrieb zwei weitere Bücher, die wir sehr empfehlen: „Frauen schreiben anders“ und „Frauen lesen anders“. Ruth Klüger starb in Kalifornien kurz vor ihrem 89. Geburtstag.

Zorn und Stille
Sandra Gugić gelingt mit ihrem zweiten Roman ein kluges intimes Familienporträt, in dem die große Frage „Was ist Heimat?“ drei Generationen beschäftigt.
Die Protagonistin Biljana Banadinović flüchtet mit 17 Jahren aus dem Elternhaus, das nur darauf bedacht scheint, als Migranten in Wien ja nicht aufzufallen. In Berlin und Budapest fühlt sie sich frei von allen Konventionen und entfaltet sich künstlerisch unter dem Namen Billy Ban. Doch ihrer serbischen Herkunft und dem plötzlichen Verschwinden des Bruders kann sie sich nach dem Tod des Vaters und dessen letzten Wunsch endgültig nicht mehr entziehen.

Max Reinhardt. Ein Leben als Festspiel
100. Salzburger Festspiele – Opulent und ausführlich, wie es sich für ein Jubiläumsjahr gehört, ist die Biographie, die die Journalistin und Buchautorin Sybille Zehle dem Mitbegründer der Festspiele widmet. Mehr über den „Theaterzar“ finden Sie in der Tageszeitung Der Standard.

Unter der Drachenwand
Auf feinfühlige, detailreiche und einzigartige Weise erzählt Arno Geiger die Geschichte eines jungen schwerverwundeten und innerlich zerrissenen Wehrmachtsoldaten, der seine Zeit zur Genesung in Mondsee im Salzkammergut verbringt. In fiktiven Briefen und Tagebucheinträgen schreibt der Autor über die Absurdität des Krieges, die Hoffnung auf ein baldiges Ende und den Wunsch nach einem normalen Leben.

Vienna
Botschafter Peter Huber empfiehlt im SZ- Magazin das Buch Vienna von Eva Menasse als einen Roman, der Österreich nahe bringt. In ihrem literarischen Debüt beschreibt sie den Weg einer Wiener Familie mit zur Hälfte jüdischen und zur Hälfte katholischen Wurzeln. Es ist eine mitreißende Erzählung, in der sich auch die Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert spiegelt, voller origineller Charaktere, die sich geistreich und mit Humor durch die todernsten Zeiten retten.
Die Buchempfehlung ist in der 28. Ausgabe des Süddeutsche Zeitung Magazin zu lesen.

Schenk. Das Buch: Ein intimes Lebensbild
Michael Horowitz und Otto Schenk
Das Buch zum 90. Geburtstag des weltberühmten Opernregisseurs, Intendanten, Schauspielers und Autors Otto Schenk am 12. Juni 2020.

Werke von Alfred Kolleritsch
Wir gedenken Alfred Kolleritsch, der im Alter von 89 Jahren am 29. Mai 2020 in Graz gestorben ist. Der Mitbegründer des Grazer „Forum Stadtpark“ und Herausgeber der Literaturzeitschrift „manuskripte“ war eine der zentralen Figuren im österreichischen Literaturbetrieb. Er wird uns auch mit seinen Gedichten und Romanen in Erinnerung bleiben.

Lavendellied
Als Einstimmung auf das Poesiefestival Berlin empfehlen Lavendellied von Elke Laznia – ein Prosagedicht, ein „lyrischen Gesang“ über „das alte Lied der Wiederholungen über Generationen“. Elke Laznia würde am liebsten schreiben, ohne etwas zu erzählen, nur neue Formen und Bilder und im Rhythmus der Worte eine unverwechselbare Sprache finden. Und so tauchen Gedanken und Erinnerungen an Eltern, Kinder und Partner aus einem rauschenden Sprachfluss wie Inseln auf.

Karl Kraus: Der Widersprecher
Umfangreich und umfassend, alles, was es über den berühmten und berüchtigten Schriftsteller – „ den größten und strengsten Mann“ im damaligen Wien – zu wissen gibt, von Jens Malte Fischer sachkundig und wunderbar lesbar geschrieben. Was hat uns der „Widersprecher“ heute zu sagen? Er setzte sich permanent kritisch und kompromisslos mit dem sozialen, politischen und kulturellen  Geschehen seiner Zeit auseinander, orientierte sich dabei immer wieder neu, irritierte damit auch Freund und Feind. Und er fand dafür in seinen Werken eine einzigartige Sprache, gnadenlos, satirisch  und geist- reich:  „Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen.“ Er kommt tatsächlich über sie hinaus, mit Leichtigkeit und wirkt bis in unsere Zeit.

Filmtipps – Aktuell | „Das Verhör in der Nacht“


Das Verhör in der Nacht

In „Das Verhör in der Nacht“ liefern sich Charly Hübner und Sophie von Kessel ein verbales Machtduell. Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann adaptierte dafür sein Kammerspiel „Heilig Abend“, das 2017 im Wiener Theater in der Josefstadt uraufgeführt wurde.
Der Ermittler Thomas stellt sich der schlagfertigen Intellektuellen Judith, die unter Terrorverdacht steht. Kann er ihr sie mit Fragen zur „strukturellen Gewalt“ und ihrem Vorleben, über das er bis ins Detail unterrichtet ist, zur Wahrheit bewegen? Oder ist es eher die Professorin für Philosophie, die ihn durch ihre Eloquenz aus dem Konzept bringt? Die Zeit drängt, auch wenn anders als im Theaterstück keine Uhr die Minuten bis zum Anschlag zählt. Dadurch rücken jedoch der Dialog und die Spannung zwischen den Protagonist*innen noch mehr in den Vordergrund.
„Das Verhör in der Nacht“ nach dem Drehbuch von Daniel Kehlmann ist in den Arte und ZDF Mediatheken verfügbar.

 

TONSÜCHTIG

Der Kinodokumentarfilm TONSÜCHTIG von Iva Švarcová und Malte Ludin erlaubt erstmals einen Blick hinter die Kulissen der Wiener Symphoniker, den Hütern des weltberühmten „Wiener Klangs“. Zwischen „Rausch“ und Routine zeigt der Film auch die Schattenseiten des Musikerdaseins, erzählt von Versagens- und Verlustängsten und davon, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Desaster sein kann.
TONSÜCHTIG ist ab 5. November in den Kinos zu sehen! Alle Termine & Spielzeiten finden Sie hier.

Franzobel – Stadtschreiber Dresden 2020

 

Der österreichische Schriftsteller und Ingeborg-Bachmann-Preisträger Franzobel ist seit Juni 2020 der 25. Stadtschreiber von Dresden. Er erhielt ein sechsmonatiges Stipendium sowie Logis, um an seinem neuen Roman zu arbeiten.

Am 09. Juli 2020 fand seine Antrittslesung im Kulturpalast Dresden statt. Die Lesung und das anschließende Gespräch mit der deutschen Künstlerin Anna Mateur sind auf Facebook verfügbar.